„Polarlichter & Wetterfrösche am Nordpol“ ARD – NDR REPORTAGE

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Autor: Volker Ide

Wir waren für die ARD unterwegs auf Spitzbergen, im nördlichsten Forscherdorf der Welt!

Mit dem Schneemobil durch die morgendliche Dunkelheit der Arktis. Die Geowissenschaftlerin Anne Hormes und der Techniker Kai Marhold auf den Weg zu einer Messstation des Alfred Wegener Instituts auf der Insel Spitzbergen. Ein riskanter Versuch: Der Grund: der ungewöhnlich warme Winter mit plus 6 Grad und Regen haben zwischen Restschnee und Dauerfrostboden gefährliche Schmelzwasserabflüsse entstehen lassen. Jetzt liegt die kritische Stelle mit dem Gletscherfluss vor Ihnen. Da gehen die Forscher auf Nummer sicher.

Dr. Ing. Kai Marhold,

AWI-PEV-Forschungsbasis,

Ny Alesund, Spitzbergen

„Wir haben jetzt geguckt wo der Messort ist, wo wir jetzt hinwollen, wir haben ihn halt noch nicht gesehen , es ist noch zu dunkel und hier unten kann es ein bisschen feucht sein, da wollen wir nicht anhalten.“

Die Schneedecke hält: Der Messort nur 4 km entfernt von der wohl nördlichsten Forschungsstation der Welt : Ny Alesund. Jetzt können endlich dringende Routinearbeiten durchgeführt und für die Klimaforschung wichtige Daten gerettet werden.

Dr. Anne Hormes

«  Diese Station misst einerseits Klima und andererseits versc hiedene Parameter im Boden. Interessant ist es deswegen, wir haben hier auf Spitzbergen überall Permafrost, es geht darum herauszufinden, welche Klimaparameterdas Auftauen des Permafrostbodens auftauen. »

Arbeiten mitten in der arktischen Wildnis. Ein nicht ganz ungefährlicher Job. Nicht nur das Wetter ist der natürliche Feind der Forscher, auch die Ureinwohner , die Polarbären, können hier plötzlich auftauchen :

Dr. Anne Hormes

„die stehen unter Naturschutz, darum ist immer erste Priorität sich selber von ihm weg bewegen, um die Tiere in ihrem normalen Lebensumfeld nicht zu stören. Wenn das halt nicht geht, wenn sie auf einen zu kommen oder hinterher rennen , halt viel Krach machen, Signalpistole, und die letzte Möglichkeit der Selbstverteidigung ist das Gewehr.“

Doch diesmal geht alles gut und zurück geht es in das Forscherdorf Ny Alesund. Die ehemalige Bergarbeitersiedlung Kingsbay hat sich über Jahre zum internationalen Zentrum für Atmosphären- und Klimafolgeforschung entwickelt. Franzosen, Deutsche, Norweger, Chinesen und Japaner unterhalten hier jeweils eine einige Forschungsstation.

Seit gut einem Jahr ist Anne Hormes Stationsleiterin der deutschen Station des Alfred Wegener Instituts in Bremerhaven. Mädchen für Alles“, das hört sie nicht gerne, aber beschreibt im Groben ihre Aufgabe. Sie sorgt dafür das vor allem im Winter die Forschung weiter geht. Sammelt Daten für andere Forscher in Deutschland oder organisiert und plant aktuelle Projekte.

Da bleibt für die eigene Forschung kaum Zeit.

Zentrum der deutschen Klimaforschung – das sogenannte NDSC.

Es ist gerade 11 Uhr morgens und Teambesprechung. Der Schwerpunkt der Forschung ist hier u.a. die Beobachtung der nordpolaren Stratosphäre.

Mit High -Tech Geräten , wie dem Sternenphotometer messen die Forscher in der Stratosphäre vor allem globale Klimaveränderungen. Die Ergebnisse geben Anlass zur Sorge. Es wird immer wärmer.

Siegrid Debatin,

Meteorologie-Technikerin

Alfred Wegener Institut, Forschungsstelle Potsdam

 

„die Konsequenz kann auch sein das wir eine neue Eiszeit in Europa bekommen, wenn durch den veränderten Energiehaushalt sich die Meeresströmungen verändern. Wenn der Golfstrom einschläft, hat das zur Folge, das die Regionen nördlich, also wir liegen sehr weit nördlich und müssten natürlich ein Klima haben wie in Alaska oder in Nordkanada, bei uns ist es aber wesentlich wärmer, das wenn dieser Golfstrom einschläft,   das es bei uns kälter wird, obwohl es global wärmer wird“

Weiter mit dem Business as usual. Täglich um 11 Uhr UTC muss Anne Hormes den Wetterballon starten. Das geschieht übrigens weltweit immer zum gleichen Zeitpunkt. Eine Sonde hängt an dem Ballon und liefert aktuelle Wetterdaten. Vor allem die Informationen der Ny Alesunder Forschungssonde sind von großer Bedeutung. Fällt der Ballon einmal aus, gibt es für die gesamte arktische Region keine Wettervorhersagen.

Der Helium gefüllte Ballon bringt die Messsonde in Höhen von über 30 Kilometern. Zurück am Computer steht fest: Alles hat geklappt. Übrigens: Das arktische Klima befindet sich in einem dramatischen Wandel.

Dr. Anne Hormes

« wir messen erst seit 1992 kontinuierlich, das ist sehr sehr kurz, wenn man über Tendenzen im Klima sagen möchte.Man sieht aber das es in den letzten Jahren einen Temperaturanstieg gegeben hat, Tendenz. »

Ein Muss für alle Bewohner von Ny Alesund.: das Mittagessen. Bei der täglichen Dunkelheit garantiert es einen festen Orientierungspunkt und den Austausch von Neuigkeiten.

Da treffen wir auch auf DeSheng Han. Er arbeitet im chinesischen Polarinstitut. Er lädt uns ein, einen Blick auf ihre Forschung zu werfen.

Sie wollen wissen welche Auswirkungen   Sonnenstürme auf die sogenannte Ionosphäre haben. Denn jede Störung dieser Erdschutzhülle hat Auswirkungen auf chinesischen Nachrichtensatelliten. Doch die ewige Dunkelheit ist für die beiden Forscher gewöhnungsbedürftig:

Dr. DeSheng Han,

Polar Research Institut of China

„ich fühle mich nicht sehr gut , ich kann mich noch nicht an die Dunkelheit und die Umgebung gewöhnen. 24 Stunden Nacht, das macht einen fertig, vor allem gestern war ich sehr müde“

Zeit zum müde werden hat Anne Hormes nicht. Daten müssen noch ausgewertet und per email verschickt werden.

Ein ganz normaler Arbeitstag am nördlichsten Forscherdorf der Welt .

Und Morgen?

Morgen wird’s so sein wie heute….

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