„Bienen als Beute“ der Beutenkäfer auf dem Vormarsch!

Beltsville, USA: Die Imker – Idylle täuscht.

Diese Bienenvölker werden von einem   gefährlichen Parasiten heimgesucht: Eingeschleppt aus Südafrika : Seine Name: der kleine Beutenkäfer.

Widerstand zwecklos. Trotz massiver Gegenwehr dringt der nur wenige Millimeter große Käfer in das Volk ein.

Sobald das gepanzerte Insekt die Abwehrüberwunden hat, sucht es gezielt die Brutwaben der Bienen.

Innerhalb kürzester Zeit legen die Käfer ihre Eier zu tausenden in diese Zellen. Die Bienen scheinen machtlos. Sobald die Larven schlüpfen, zerstören sie die Waben und die Bienenbrut.

Der Freiburger Bienenexperte Peter Neumann ist deshalb jetzt in die USA gefahren, um Abwehrmaßnahmen zu erforschen, bevor der Käfer auch nach Deutschland kommt.
O-Ton im off Statement:

Wenn die Eier schlüpfen, und die Larven anfangen sich von den Bienenprodukten zu ernähren, fängt das ganze Nest an zu zerfallen…das nest wird von den Larven zerstört..

 

Sprecher:

Der Honig beginnt zu vergären, ein säuerlicher Geruch legt sich über die Bienenstöcke.

In Amerika hat der Käfer schon Millionen Schäden angerichtet.

Weltweit sind die Imker beunruhigt,

O-Ton im off Statement:

Die Larven ernähren sich von den Bienenprodukten, also von dem Honig, von den Pollen und bevorzugt von der Brut. Und das kann dazu führen, das das ganze Volk zusammen bricht.

Sprecher:

Einen den es besonders getroffen hat ist Bob Harvey. Einer der größten Imkereien der USA. Über 10000 tausend Völker nennt er sein eigen. Mit dem Beutenkäfer hat er so seine eigenen schlechten Erfahrungen.

Er fährt seine Bienen im Frühjahr oft nach Florida, wo sie zur Bestäubung von großen Orangen – Plantagen benötigt werden. Das feuchte Klima , dort ist optimal für den Beutenkäfer.

O-Ton im off

„wenn die Bienenstöcke überflutet werden, tötet das Wasser die Brut in den unteren Waben, dann kommen die Käfer , fressen die Brut , vermehren sich, die Larven gehen zurück in den Boden, verpuppen sich und zurück kommen Millionen von Käfern, die über die Bienenstöcke herfallen“.

Die Imker setzen eine in Amerika zugelassene chemische Keule direkt im   Bienenstock ein.

Ein Produkt das auch bei der Amerikanischen Foulbrut wirksam ist, doch mit bedingtem Erfolg.

Hier den Laboren des Landwirtschaftsministerium in Beltsville untersuchen Forscher , wie Jeff Pettis die Auswirkungen der chemischen Bekämpfungsmittel auf die Käfer, Bienen, Honig und auf die Imker. Die Chemie passt nicht zu einem Naturprodukt:

O-Ton im off

„Es ist sehr giftig, giftig zum Imker, es kann giftig auch auf die Bienen wirken und wir befürchten, das wenn wir es zuviel benutzen, das die Käfer dagegen resistent werden..“

Und tatsächlich entdecken die Forscher immer öfter Käfer, die mittlerweile gegen das Gift immun sind. Andere Mittel, die für Bienen und für Menschen harmlos sind, sind nicht in Sicht. Dringender Handlungsbedarf also für Peter Neumann – auf der Suche nach neuen Gegenmitteln. Vor allem bevor der Käfer auch in Deutschland auftaucht.

Ein Problem ist die Lebensweise des aus Südafrika stammenden Käfers.

O-Ton im off,

„der Beutenkäfer ist weniger eng an die Biene gebunden, wie das bei anderen Parasiten der Fall ist.. Er ist auch in der Lage sich außerhalb vom Bienenvölkern auch von Obst oder Blüten zu ernähren..“

Und mit dieser Überlebensstrategie entkommt er oft der chemische Bekämpfung . Alternativen sind gefragt:
O-Ton Statement:

„es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, zum Beispiel Pheromonfallen…oder in bestimmte Fallen zu locken..“

Sprecher:

Oder die Forscher versuchen die Käfer mit natürlichen Feinden zu bekämpfen. Wie zum Beispiel mit Viren, Pilzen oder Bakterien, die den Käfern gefährlich werden können. Wie hier im Bild zu sehen.

Während in den USA intensiv mit Käfern geforscht wird, bleibt für uns hier in Deutschland und Europa nur die Hoffnung, dass die Käfer den Sprung über den Atlantik nicht schaffen.

O-Ton Statement

„Zum jetzigen Zeitpunkt ist es völlig unklar wie der Käfer seine neuen Verbreitungsgebiete erreicht.Wie er nach Australien oder Nordamerika gekommen ist,..und das zeigt der Käfer sehr wohl in der Lage ist , sich weltweit zu verbreiten.“

Sprecher:

Dass er sich in Amerika so ausbreiten konnte, liegt am Bedarf der industriellen Landwirtschaft. Die einheimischen Bienen schafften die notwendigen Bestäubungen auf den riesigen Ackerflächen ganz einfach nicht. Die amerikanischen Imker wie Bob Harvey vermieten ihre Bienen an Farmer irgendwo im Lande zum Bestäuben von Obstplantagen. Irgendwo dort treffen bisher „sauberen“ Bienen auf „befallene“ Bienen und schon ist es passiert.

O-Ton Statement:

„Wie suchen sie sehr oft ab, alle vier bis sechs Wochen untersuchen wir jeden Bienenstock. Und während der Orangenblüte jeden Tag. Und jeden tag holen wir den Honig raus, die Bienen machen jeden Tag 5 bis sechs Tonnen Honig. Also müssen wir jeden Tag kontrollieren“

Sprecher:

Einige Bienenvölker mit starken Königinnen können sich scheinbar besser wehren, als sogenannte schwache Völker, so die Forscher. In Südafrika machen die dortigen Bienen mit den Käfern kurzen Prozess. Entweder werden die sofort getötet oder in einer Wabe lebendig eingemauert. Unsere europäische Biene dagegen kapituliert oft vor dem Parasiten.

O-Ton Statement

„Genau ist es noch nicht verstanden , warum die europäische Biene anfälliger sind. Fakt jeden Fall   ist, das mehr Bienenvölker in den neuen Verbreitungsgebieten zusammenbrechen, als wie es im südlichen Afrika der Fall ist“

Sprecher:

Jedenfalls hat der Beutenkäfer mit der europäischen Biene leichtes Spiel. Und nicht nur das: Die Forscher beobachteten: Der Käfer ist sogar in der Lage, sich von den Bienen füttern zu lassen. Die Imkerei wird unter diesen Bedingungen immer schwieriger.

Statement:

„wir haben schon Problem mit der Varoamilbe, mit der amerikanischen Faulbrut, mit allen möglichen problemen, ..der fragmentierung der Landwirtschaft. .und der Beutenkäfer kommt als neue Bedrohung da drüber hinaus.“

Sprecher:

Der Kleine Beutekäfer – eine Bedrohung auch für unsere Bienenvölker, vor der mittlerweile alle europäischen Landwirtschaftsministerien warnen. Experten vermuten, der Käfer ist in Deutschland schon längst angekommen.